Kraftwerk Reckingen
 Kraftwerk Reckingen
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Modernisierung von Maschinenhauskranen sichert Turbinenrevision im Kraftwerk Reckingen

Wie eine ganzheitliche Modernisierung mit zwei neuen 100-Tonnen-Hubwerken die Betriebssicherheit eines Wasserkraftwerks langfristig stärkt

Wenn in einem Wasserkraftwerk Großkomponenten wie Turbinen und Generatoren gewartet oder ausgetauscht werden, sind leistungsfähige und zuverlässige Krananlagen unverzichtbar. Im Kraftwerk Reckingen am Hochrhein bildet die Modernisierung der beiden Maschinenhauskrane daher eine wesentliche Voraussetzung für die geplanten Revisionen der beiden Maschinengruppen in den kommenden Jahren.

    
Modernisierung als Grundlage für einen sicheren Anlagenbetrieb

Das Kraftwerk Reckingen ist ein Laufwasserkraftwerk am Hochrhein und liegt unmittelbar an der Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz. Seit seiner Inbetriebnahme in den 1940er-Jahren leistet die Anlage einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Stromerzeugung.

    

Die beiden Brückenkrane bilden die zentrale Hebetechnik für Wartungs- und Revisionsarbeiten an Turbinen und Generatoren. (Bildquelle: Konecranes GmbH)

   

Damit die Revision der ersten Maschinengruppe MG2 planmäßig durchgeführt werden kann, werden die beiden Brückenkrane im Maschinenhaus umfassend modernisiert. Hierzu gehören der Austausch der Antriebe, die Erneuerung der elektrischen Ausrüstung einschließlich der Tandemsteuerung sowie verschiedene konstruktive Anpassungen an den Krananlagen. Die Kranbrücken der beiden Krane bleiben aufgrund ihres guten Zustands erhalten.

  

Im Tandembetrieb bewegen die modernisierten Krane künftig Lasten von bis zu 200 Tonnen sicher und präzise. (Bildquelle: Konecranes GmbH)

    

Ausschlaggebend für die Modernisierung war neben dem Alter der Krananlagen vor allem der technische Zustand der bestehenden Komponenten. Teile der Antriebs- und Steuerungstechnik stammten noch aus der Ursprungserstellung der 1940er-Jahre und hatten ihre technische Nutzungsdauer erreicht. Ziel war es deshalb, die Krane technisch und sicherheitstechnisch auf den aktuellen Stand zu bringen und gleichzeitig die Voraussetzungen für die anstehende Turbinenrevision zu schaffen.     

„Für uns war entscheidend, die Krananlagen auf den heutigen technischen und sicherheitstechnischen Stand zu bringen. Gleichzeitig müssen sie die anstehende Turbinen- und Generatorrevision mit höchster Präzision und Zuverlässigkeit unterstützen.“

- Thomas Häfeli, Betriebsleiter Kraftwerk Reckingen

Thomas Häfeli, Betriebsleiter des Kraftwerks Reckingen vor den modernisierten Brückenkranen im Maschinenhaus. (Bildquelle: Konecranes GmbH)
     
Beratung schafft Mehrwert

Ursprünglich plante der Betreiber eine umfassende Revision mit Teilerneuerungen der bestehenden Maschinenhauskrane vorgesehen. Auf Basis der bereits detaillierten Vorplanung und klar definierten Anforderungen wurde das Konzept gemeinsam mit dem Betreiber weiterentwickelt und technisch optimiert.

     

Modernisierte Antriebs- und Steuerungstechnik erhöht Betriebssicherheit, Verfügbarkeit und Wartungsfreundlichkeit der Krananlagen.

       

Dabei entstand ein ganzheitliches Modernisierungskonzept, das die bestehende Krananlage gezielt erneuert und gleichzeitig für die kommenden Jahrzehnte fit macht. Ein wesentlicher Bestandteil war dabei der Ersatz der bestehenden Laufkatzen durch neue Laufkatzen, während geeignete Teile der vorhandenen Krananlage weiterverwendet und umfassend revidiert werden.

     

Die neuen Hubwerke ermöglichen kontrollierte und feinfühlige Bewegungen selbst bei höchsten Lasten. (Bildquelle: Konecranes GmbH)

       

So konnten die fundierte Vorarbeit und die betrieblichen Erfahrungen des Betreibers mit dem technischen Know-how und der Erfahrung von Konecranes optimal zusammengeführt werden.

Für den Betreiber war dabei besonders wichtig, dass sämtliche Maßnahmen innerhalb des bestehenden Maschinenhauses umgesetzt werden konnten – ohne bauliche Anpassungen und bei laufendem Kraftwerksbetrieb.

„Konecranes hat bereits in der Angebotsphase konkrete Umsetzungsvorschläge präsentiert. Dass sich die Modernisierung im bestehenden Maschinenhaus und während des laufenden Kraftwerksbetriebs realisieren lässt, war für unsere Entscheidung ausschlaggebend.“ 

- Thomas Häfeli, Betriebsleiter Kraftwerk Reckingen

Im Verlauf der Projektplanung entwickelte sich daraus eine umfassende Modernisierung, durch die die Krananlagen heute technisch und sicherheitstechnisch auf dem aktuellen Stand sind.

     
Zwei neue DH Hubwerke für maximale Zuverlässigkeit

Herzstück der Modernisierung sind zwei neue Konecranes DH Hubwerke mit einer Tragfähigkeit von jeweils 100 Tonnen, welche im Tandem-Betrieb die Generatoren sowie die Tubinen von Gesamtgewichten von je 165 Tonnen heben können. Die elektrischen Drahtseilhubwerke wurden speziell für anspruchsvolle Industrie- und Schwerlastanwendungen entwickelt und bieten die Leistungsreserven, die für Instandhaltungsarbeiten an Großkomponenten eines Wasserkraftwerks erforderlich sind.

    

Der Austausch der Hubwerke erfolgt unter beengten Platzverhältnissen im bestehenden Maschinenhaus. (Bildquelle: Konecranes GmbH)

     

Die beiden neuen Hubwerke schaffen die Voraussetzung dafür, auch künftig die für Turbinenrevisionen erforderlichen Lasten sicher zu bewegen. Im Tandembetrieb können die Krane Lasten von mindestens 165 Tonnen zuzüglich einer 20-Tonnen-Traverse aufnehmen. Gleichzeitig ermöglichen die frequenzgeregelten Antriebe die präzise Steuerung, die für den Aus- und Einbau von Turbinen und Generatoren erforderlich ist.

Die Konecranes DH Hubwerke zeichnen sich insbesondere durch ihre robuste Konstruktion, hohe Betriebssicherheit und präzise Steuerbarkeit aus. Frequenzgeregelte Antriebe ermöglichen sanfte Hub- und Fahrbewegungen, reduzieren Lastpendelbewegungen und erlauben das exakte Positionieren schwerer Lasten. Gerade beim Aus- und Einbau einer Turbine sind kontrollierte Bewegungsabläufe entscheidend, um Bauteile sicher zu bewegen und Stillstandszeiten zu minimieren.

Darüber hinaus sind die Hubwerke für hohe Einschaltdauern und intensive Betriebszyklen ausgelegt. Verschleißarme Komponenten sowie eine wartungsfreundliche Konstruktion tragen dazu bei, die Anlagenverfügbarkeit langfristig zu erhöhen und den Wartungsaufwand zu reduzieren. Dank ihrer modularen Bauweise lassen sich die DH Hubwerke sowohl in neue als auch in bestehende Krananlagen integrieren – ein wesentlicher Vorteil bei Modernisierungsprojekten wie in Reckingen.

   

Die modernisierten Brückenkrane sichern künftige Revisionen der Turbinen und Generatoren langfristig ab. (Bildquelle: Konecranes GmbH)
      
Anspruchsvolle Modernisierung unter beengten Platzverhältnissen

Eine besondere Herausforderung des Projekts besteht im Austausch der bestehenden Hubwerke. Aufgrund ihrer Größe und der baulichen Gegebenheiten können diese nicht als komplette Einheit demontiert werden.

Stattdessen werden die vorhandenen Hubwerke direkt auf dem Kran in einzelne Baugruppen zerlegt und anschließend Stück für Stück ausgebaut. Nach demselben Prinzip erfolgt die Montage der beiden neuen 100-Tonnen-Katzen. Dieser technisch anspruchsvolle und logistisch präzise geplante Ablauf war ein wesentlicher Grund dafür, dass sich der Betreiber für die Lösung von Konecranes entschied.

      

Zwei modernisierte Krane gewährleisten künftig einen sicheren und zuverlässigen Hebebetrieb im Kraftwerk Reckingen. (Bildquelle: Konecranes GmbH)

     

Neben den beengten Platzverhältnissen stellte insbesondere die Logistik hohe Anforderungen an das Projektteam. Der Austausch der Hubwerke erfolgte bei laufendem Kraftwerksbetrieb, während gleichzeitig weitere Arbeiten im Maschinenhaus stattfanden. Hinzu kamen erhöhte Sicherheitsanforderungen, da während der Demontage große Komponenten in einzelne Baugruppen zerlegt werden mussten. Der präzise geplante Montageablauf war daher ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Projekts.

      
Investition in die Zukunft

Die Umsetzung der Modernisierung der beiden Brückenkrane erfolgte im Jahr 2026, damit die Revision der Turbine MG2 planmäßig im September gestartet werden kann. Die Revision der Maschinengruppe 1 findet dann ab September 2027 statt.

        

Enge Zusammenarbeit zwischen Betreiber und Konecranes war ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Modernisierungsprojekts. (Bildquelle: Konecranes GmbH)

       

Das Projekt im Kraftwerk Reckingen zeigt eindrucksvoll, dass eine erfolgreiche Modernisierung auf einer fundierten Vorplanung, klar definierten Anforderungen und einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit basiert. Die Verbindung der umfassenden betrieblichen Erfahrung und Vorarbeit des Betreibers mit der technischen Kompetenz und modernen Hebetechnik von Konecranes führte zu einer maßgeschneiderten Lösung. So entsteht ein zukunftsfähiges Gesamtkonzept, das den langfristigen, zuverlässigen und sicheren Betrieb dieser wichtigen Infrastruktur gewährleistet.

Mit den neuen Konecranes DH Hubwerken, der modernisierten Steuerungs- und frequenzgeregelte Antriebstechnik sowie dem durchdachten Montagekonzept wird das Kraftwerk optimal auf zukünftige Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten vorbereitet. Gleichzeitig profitiert der Betreiber von einer höheren Anlagenverfügbarkeit, einer deutlich verbesserten Bedienbarkeit sowie einer nachhaltig gesteigerten Betriebssicherheit.

„Wir erwarten deutlich weniger Störungen, ein effizienteres Arbeiten und eine wesentlich bessere Bedienbarkeit. Dank der Frequenzumrichter lassen sich Lasten wesentlich feinfühliger bewegen. Gleichzeitig profitieren wir bei Wartungen von standardisierten Komponenten und einer schnelleren Störungsbehebung.“ 

- Thomas Häfeli, Betriebsleiter Kraftwerk Reckingen

Weitere Informationen finden Sie unter www.konecranes.de.

  

 Autor: 

Nicole Koch, Manager Marketing & Communications EMEA Central, Konecranes GmbH

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